Die Geschichte der Banken-Metropole

Alte Oper Frankfurt

Frankfurt hat mit über einer halben Million Arbeitsplätzen fast ebenso viele Beschäftigte wie Einwohner. Viele von ihnen arbeiten im Finanzbereich, bei den Banken und anderen Finanzinstituten. Dass Frankfurt der Sitz der Europäischen Zentralbank ist, sorgt dafür, dass hier für alle Menschen im Gebiet des Euro wichtige Entscheidungen gefällt werden. Die Anfänge der Tatsache, dass Frankfurt heute ein regelrechtes Banken- und Finanzzentrum ist, reichen weit zurück. Über 300 Banken, worunter vor allem die Deutsche Bundesbank zu nennen ist, und etwa knapp 200 ausländische Finanzinstitute haben in Frankfurt ihren Sitz. Dies ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung, die bereits im 12. Jahrhundert begonnen hat. Man kann die Frankfurter Bankengeschichte nicht betrachten, ohne Frankfurt als Stadt und seine Rolle in der deutschen Geschichte zu sehen.

Im 12. Jahrhundert war Frankfurt noch keine Stadt, sondern eine befestigte Königspfalz. Unter den Staufern allerdings wurde daraus schnell eine Stadt. Auch blühten der Fernverkehr und der Handel, begünstigt dadurch, dass zahlreiche bedeutende Handelsrouten dort verliefen. Den entscheidenden Schritt nach vorne brachte die Frankfurter Messe, die erstmals 1160 in einer jüdischen Schrift erwähnt wird. Durch die Frankfurter Messe(n) wird Frankfurt quasi zum Kaufhaus Deutschlands. Reformation, Glaubenskriege und die Pest hatten auch für Frankfurt ihre Folgen. Als eine der wenigen Städte ist Frankfurt gemischt-konfessionell und wird so zum Zufluchtsort unter anderem niederländischer Glaubensflüchtlinge, was für das Bankenwesen in Frankfurt seine Folgen haben wird.

1815 wird Frankfurt Freie Stadt; und das hatte großen Einfluss auf das Bankenwesen. Zwar gab es bereits 1402 in Frankfurt die erste Wechselstube. Mit den ersten Münzprägungen 1546 und der ersten amtlichen Kursnotierung 1585 ist der Weg für die Banken und die Börse geebnet. Im 19. Jahrhundert wurde Frankfurt dann sehr schnell zum führenden europäischen Finanzplatz. Hier begann Rothschild seine Karriere als Münzhändler und Geldwechsler - und von hier aus gründen seine Söhne internationale Filialen. Dabei gibt es Konkurrenz für Rothschilds von einer weiteren Bank in Familienbesitz - das Bankhaus Bethmann. Doch auch andere Banken lassen sich in Frankfurt nieder, und 1854 entsteht dort die erste Gesellschaftsbank, die Frankfurter Bank.

Der Aufschwung der Gründerjahre Ende des 19. Jahrhunderts festigt Frankfurts Stellung als international bedeutender Finanz-Umschlagplatz. Heute ist Frankfurt eine europäische Metropole mit Tradition - insbesondere auch, was Banken betrifft.